16.06.2026 | MANV-Übung nach Hubschrauberabsturz

MANV Übung Personen am Tresen
MANV Übung - geschminktes Mime
Rettungsdienst am Schockraum
Schockraumbehandlung (fiktiv)

Ein abgestürzter Transporthubschrauber der Bundeswehr, rund 30 Verletzte und zahlreiche beteiligte Rettungs- und Einsatzkräfte: Dieses Szenario bildete die Grundlage einer groß angelegten MANV-Übung (Massenanfall von Verletzten) am 13. Juni auf dem Militärflugplatz Laupheim. Als nächstgelegene Klinik war auch das Alb-Donau Klinikum Ehingen in die Übung eingebunden.

Um 10:56 Uhr erhielt das Klinikum die Anfrage der Leitstelle Biberach nach verfügbaren Kapazitäten für schwer verletzte Patienten. Nach ersten Angaben waren bei dem Absturz 14 Soldaten verletzt worden, neun davon so schwer, dass sie mutmaßlich anschließend in einer Klinik stationär versorgt werden mussten.

Daher wurde direkt nach dieser Meldung im Rahmen des klinikinternen Krankenhausalarm- und Einsatzplans ein interner MANV Alarm ausgelöst.

Der Krisenstab wurde umgehend gebildet. Mehrere Schockräume wurden eingerichtet und entsprechendes ärztliches und pflegerisches Personal aus der Bereitschaft sowie aus dem Dienstfrei fiktiv aktiviert. Auch die vorhandenen Behandlungs- und Versorgungskapazitäten auf den Intensivstationen Blaubeuren und Ehingen, im OP und auf den Normalstationen wurden zu diesem Zeitpunkt bereits erfasst. Dadurch stand schnell fest, dass zunächst ausreichend freie Kapazitäten in allen Bereichen zur Verfügung standen und sogar nachfolgende Anfragen der Leitstelle nach der möglichen Versorgung weiterer kritisch verletzten Patienten positiv beantwortet werden konnten.

Anders als bei einem realen Schadensereignis erfolgte im Rahmen der Übung keine Nachalarmierung von pflegerischen und ärztlichen Mitarbeitenden. Diensthabende Ärzte wurden für möglichst realistische Abläufe lediglich angerufen und gefragt, wie lange sie in diesem Moment für die Fahrt in die Klinik benötigen würden. Für die Übung stand ein gesondertes Team bereit, um den Regelbetrieb möglichst wenig zu beeinträchtigen. Die Alarmierung zusätzlicher Kräfte war zudem bewusst nicht Bestandteil des Übungs­szenarios, da diese Abläufe erst im letzten Jahr beim Zugunglück nahe Riedlingen unter realen Bedingungen erfolgreich getestet wurden.

Schwerpunkt dieser Übung war es, die aufwändig geschminkten Mimen mit Blick auf die Schwere ihrer Verletzung zu sichten und unter möglichst realistischen Bedingungen zu entscheiden, wie diese Patienten im Ernstfall versorgt werden würden.  

Insgesamt wurden im Rahmen der Übung 14 Patienten – darunter vier kritisch und vier schwerverletzte – im Alb-Donau Klinikum Ehingen fiktiv versorgt.

Zwei kritisch verletzte Patienten wurden in der Übung in Ehingen erstversorgt und stabilisiert, bevor sie auf Grund ihres Verletzungsbilds in Spezialkliniken in Reutlingen und Bogenhausen weiterverlegt wurden. Damit entsprach die Klinik ihrem Status als regionales Traumazentrum, das im Falle spezieller fachfremder Verletzungen z.B. in Folge von Verbrennungen oder mit Beteiligung von Augen, Gefäßen oder Gehirn nach Abschluss der Erstversorgung an dafür spezialisierte Kliniken verlegen soll.

Zwei weitere Patienten mussten im Rahmen des Übungsszenarios operiert und anschließend intensivmedizinisch betreut werden. Vier Patienten wurden fiktiv stationär aufgenommen, sechs konnten nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden.

Die Übung zeigte, wie wichtig klar definierte Abläufe und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten sind. Innerhalb kurzer Zeit konnten die vorgesehenen Strukturen aufgebaut und die Patientenversorgung organisiert werden. Besonders positiv bewertet wurden die ruhige und strukturierte Arbeitsweise sowie die gute Abstimmung zwischen der Zentralen Notaufnahme und dem unterstützenden Krisenstab. Auch der hinzugezogene Beobachter des Landratsamtes lobte die geordneten Abläufe und das besonnene Vorgehen der Mitarbeitenden.
 „Ein Alarm- und Einsatzplan wird nie „fertig“ sein. Wir haben Dinge gesehen, die wie erhofft gut liefen, Aspekte die besser als erhofft liefen, aber natürlich auch Punkte, bei denen noch Optimierungspotential besteht.  Daher analysieren wir die Übung in den kommenden Tagen und Wochen intern sehr genau. Die gewonnenen Erkenntnisse werden ausgewertet und fließen in die Weiterentwicklung der Notfall- und Krisenstrukturen ein“ betont Philipp Theurer als Leiter Krankenhausalarm- und -einsatzplanung.

Das Alb-Donau Klinikum konnte damit an diesem Samstag ein weiteres Mal zeigen, dass es für MANV-Lagen gut vorbereitet ist und als regionales Traumazentrum eine wichtige Rolle in der Versorgung schwerverletzter Patienten in der Region spielt.