15.05.2026 | Ehrenamt bleibt unersetzlich – auch im Zeitalter von KI
Ein gemeinsames Lachen, ein Spaziergang, ein offenes Ohr oder einfach das Gefühl, nicht allein zu sein – oft sind es genau diese kleinen Gesten, die für Bewohnerinnen und Bewohner in Seniorenzentren oder für Menschen zuhause einen großen Unterschied machen. Dass solche Momente möglich werden, ist dem Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher zu verdanken. Rund 40 bis 50 Ehrenamtliche sowie ihre Ansprechpartner aus den Seniorenzentren und der Nachbarschaftshilfe der ADK GmbH kamen deshalb am Mittwoch auf Einladung des Unternehmens zum diesjährigen Ehrenamtstreffen im Seniorenzentrum Wiblingen zusammen.
Begrüßt wurden die Gäste von Geschäftsführerin Verena Rist. Viele Jahre fand das Treffen am Unternehmenssitz der Pflegeheim GmbH in Ehingen statt. Seit diesem Jahr soll es bewusst in den Einrichtungen stattfinden, also dort, wo die Ehrenamtlichen aktiv sind und Begegnungen stattfinden. Mit dem Seniorenzentrum Wiblingen fiel die Wahl auf das jüngste Pflegeheim der ADK GmbH, das 2017 eröffnet wurde. Das Seniorenzentrum Wiblingen ist die einzige Einrichtung der ADK GmbH außerhalb des Alb-Donau-Kreises. Zudem verfügt es als einzige Einrichtung über einen eigenen Förderverein, der aus dem ehemaligen Alten- und Pflegeheim der Stadt Ulm im Kloster Wiblingen übernommen wurde.
Bei Kaffee und Kuchen stand an diesem Nachmittag vor allem eines im Mittelpunkt: Wertschätzung und der Dank an die Ehrenamtlichen und Nachbarschaftshelfer. Gerade in einer Zeit, in der viel über Künstliche Intelligenz, Robotik und Automatisierung gesprochen werde, werde besonders deutlich, wie wichtig menschliche Begegnungen und persönliche Zuwendung seien. Ehrenamtliche seien deshalb weit mehr als eine Unterstützung – sie seien Teil des Pflege- und Betreuungsteams.
Oft könnten Bewohnerinnen und Bewohner ihre Dankbarkeit nicht mehr selbst ausdrücken. Deshalb dankte Rist stellvertretend im Namen der betreuten Menschen für das Engagement, die Zeit und die Herzlichkeit der Ehrenamtlichen. Viele Gespräche und die ausgelassene Stimmung während des Nachmittags zeigten zudem, wie sehr die Gäste das jährliche Treffen und den Austausch untereinander schätzen.
Ein besonderer Moment war die Ehrung von Anton Meßmer. Seit der Eröffnung des Seniorenzentrums Ehingen im Jahr 2010 organisierte und begleitete er zweimal wöchentlich Rollstuhlausfahrten für Bewohnerinnen und Bewohner. Für dieses 16-jährige Engagement erhielt er ein Geschenk und großen Applaus. Besonders erfreulich: Die Nachfolge für die beliebten Ausfahrten ist bereits geregelt, sodass die Tradition weitergeführt werden kann.
Für den fachlichen Impuls sorgte in diesem Jahr die Beratungsstelle „Blickpunkt Auge“. Burkhard Siemoneit und Gertrud Vaas berichteten eindrucksvoll aus ihrer Arbeit mit sehbehinderten und blinden Menschen. Beide sind selbst betroffen – Siemoneits Sehvermögen ist in Folge einer Netzhautablösung stark eingeschränkt, Vaas lebt seit 35 Jahren vollständig blind. Sie engagieren sich heute als zertifizierte Berater über den Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg. Während Siemoneit stationär mit eigenem Büro im Seniorenzentrum Wiblingen tätig ist, berät Vaas mobil in der Region. Das Einzugsgebiet umfasst Ulm, Neu-Ulm, den Alb-Donau-Kreis, Heidenheim und Biberach, telefonisch auch Göppingen und Ravensburg.
Die Beratungsstelle unterstützt Menschen, deren Sehvermögen stark eingeschränkt ist und bei denen medizinische Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind. Viele Betroffene fielen nach der Diagnose zunächst in ein tiefes Loch und entwickelten Depressionen. In 90 bis 95 Prozent der Fälle gelinge es jedoch, durch die Beratung wieder einen „Silberstreif am Horizont“ sichtbar zu machen. Dabei gehe es nicht nur um praktische Hilfen im Alltag, sondern auch um neuen Mut und neue Perspektiven.
Siemoneit und Vahs berichteten von typischen Beratungssituationen und davon, dass häufig auch Angehörige lernen müssten, den Betroffenen weiterhin Selbstständigkeit zuzutrauen. Heute gebe es zahlreiche technische Hilfsmittel – von sprechenden Uhren und Küchenwaagen bis hin zu Braille-Eingabegeräten oder sprechenden Farberkennungsgeräten. Besonders eindrucksvoll war eine Vorführung moderner KI-gestützter Brillen. Diese können blinden Menschen ihre Umgebung beschreiben, Mimik und Gestik erkennen und Alltagssituationen erklären. Während der Demonstration beschrieb die KI unter anderem einen Mann vor einem Flipchart sowie die vielen Menschen an den gedeckten Tischen im Raum. Die Möglichkeiten dieser Technik waren auch in den anschließenden Gesprächen ein großes Thema. Gleichzeitig wurde deutlich: So hilfreich moderne Technik sein kann – menschliche Nähe, Zeit und persönliche Begegnungen kann sie nicht ersetzen.
Info: Wer selbst als Ehrenamtlicher Helfer in den Einrichtungen der ADK GmbH aktiv werden möchte oder jemanden kennt, der eine neue ehrenamtliche Aufgabe übernehmen möchte, kann sich in dem Seniorenzentrum seiner Wahl bei der Präsenzkräfteleitung bzw. der Teamleitung der Sozialen Betreuung melden. Interessenten für die Nachbarschaftshilfe können sich direkt mit der Bereichsleitung für die ambulante Pflege Leonie Achzet (l.achzet@adk-gmbh.de oder 07391/586-5583) in Verbindung setzen.


