30.07.2026 | Brandschutzübung im Seniorenzentrum Wiblingen
Kurz nach 19 Uhr meldete die Integrierte Leitstelle in Ulm am Freitagabend einen Übungsalarm im Seniorenzentrum Wiblingen. Gemeinsam mit der Feuerwehr Ulm fand dort erstmals eine Brandschutzübung statt. Beteiligt waren die Einsatzabteilungen aus Wiblingen und Unterweiler sowie ein Einsatzleiter vom Dienst.
„Wir nehmen das Thema Brandschutz sehr ernst und möchten für einen – hoffentlich niemals eintretenden – Notfall so gut wie möglich vorbereitet sein. Im Rahmen der Übung simulierten wir daher mit Hilfe der Feuerwehr einen Ernstfall“, erklärt der Brandschutzbeauftragte der ADK GmbH, Frank Seydewitz.
Im angenommenen Szenario war es – simuliert durch eine Nebelmaschine – im Wohnbereich „Tannenplatz“ im zweiten Obergeschoss zu einer starken Rauchentwicklung gekommen, die einen Brandmeldealarm auslöste.
Schon sechs Minuten nach dem Alarm war das erste von vier Löschfahrzeugen vor Ort und die Einsatzkräfte machten sich ein erstes Bild der Lage. Schläuche wurden ausgerollt und mehrere Atemschutzträger gingen in den verrauchten Wohnbereich vor. Dort suchten sie nach Personen, retteten einen Dummy und erkundeten die Lage. Die Ursache der starken Rauchentwicklung war schnell gefunden: Im Übungsszenario hatte ein technischer Defekt einen Brand ausgelöst. Dieser konnte von den Einsatzkräften rasch gelöscht werden.
Ein weiterer Bestandteil der Übung war die Erprobung verschiedener Rettungswege. So testete die Feuerwehr, bis zu welchen Bereichen des Gebäudes die Drehleiter eingesetzt werden kann und ab welchem Punkt im Ernstfall alternative Rettungsmittel erforderlich wären – beispielsweise, wenn sich eine Person wegen der Rauchentwicklung auf einen Balkon retten müsste.
Anders als die Feuerwehrleute wussten die Mitarbeitenden vor Ort zunächst nicht, ob es sich um eine Übung oder einen tatsächlichen Brand handelte. Mit viel Ruhe und Professionalität meisterten sie die ungewohnte Situation. Während die Feuerwehr den verrauchten Bereich kontrollierte, kümmerten sich die Beschäftigten um die Bewohner und unterstützten die Einsatzkräfte. Auch dieses Zusammenspiel war ein wichtiger Bestandteil der Übung.
Im Rahmen der Übung entschied sich die Feuerwehr Ulm dafür, die Bewohner aus ihren Zimmern in einen benachbarten Brandabschnitt zu verlegen. Dabei zeigte sich, dass das Brandschutzkonzept des Gebäudes wie vorgesehen funktionierte: Weder drang Rauch in die Bewohnerzimmer ein noch verloren die Brandschutztüren ihre Schutzfunktion. Diese Erkenntnisse sind eine wichtige Grundlage, um die Einsatz- und Evakuierungskonzepte von Feuerwehr und Seniorenzentrum weiter aufeinander abzustimmen.
In der anschließenden Manöverkritik wurden neben viel Lob auch einzelne Punkte angesprochen, die weiter optimiert werden können – genau dafür sind solche Übungen da.
„Für uns war die Übung eine wertvolle Gelegenheit, das Gebäude und seine brandschutztechnischen Gegebenheiten kennenzulernen sowie unsere Einsatzabläufe unter realistischen Bedingungen zu trainieren“, sagt Michael Ehrenbeck, Einsatzleiter der Feuerwehr Ulm. „Gerade in einem Seniorenzentrum sind solche Übungen wichtig. Sie geben uns die Möglichkeit, Gebäude, Abläufe und die besonderen Anforderungen im Umgang mit pflegebedürftigen und teilweise dementen Bewohnern kennenzulernen, bevor es jemals zu einem echten Einsatz kommt.“
In den kommenden Wochen werden Feuerwehr und Seniorenzentrum die Übung gemeinsam auswerten. Dabei geht es unter anderem darum, die gewonnenen Erkenntnisse in die weitere Abstimmung der Einsatz- und Evakuierungskonzepte einfließen zu lassen.
Seydewitz betont: „Ich danke den Einsatzkräften der Feuerwehren Wiblingen und Unterweiler für ihre Bereitschaft, in ihrer Freizeit mit uns zu üben. Natürlich hoffen wir alle, dass wir uns auch künftig nur zu Übungen begegnen. Aber es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass nun viele Einsatzkräfte der Feuerwehr Ulm das Gebäude und seine Besonderheiten kennen.“


