05.05.2026 | „Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei starkem Übergewicht?“

Bernd Nasifoglu

„Einfach weniger essen und mehr bewegen – und schon nimmt man ab?“ So einfach ist es bei Menschen mit Adipositas meist nicht. Von Adipositas spricht man bei einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 und darüber.

Menschen mit erheblichem Übergewicht erleben im Alltag oft wenig Verständnis oder Unterstützung. Es geht dabei nicht um ein paar „Wohlstandskilos“ oder optische Veränderungen, sondern um eine ernstzunehmende Erkrankung mit weitreichenden Folgen. Dazu gehören unter anderem ein erhöhtes Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Krebsarten. Häufig kommen Schmerzen und Einschränkungen der Beweglichkeit hinzu, da Gelenke dauerhaft stark belastet werden. Auch psychische Belastungen durch Ausgrenzung oder Mobbing sind keine Seltenheit.

Viele Betroffene scheuen deshalb den Gang zum Arzt – oder erleben dort, dass ihr Problem auf einfache Empfehlungen wie „weniger essen, mehr bewegen“ reduziert wird. Das greift in der Regel zu kurz und wird der Komplexität der Erkrankung nicht gerecht.

Adipositas ist kein Zeichen mangelnder Disziplin, sondern eine chronische Erkrankung. Während andere chronische Krankheiten selbstverständlich behandelt werden, fehlt dieses Bewusstsein bei Adipositas noch häufig – sowohl in der Gesellschaft als auch teilweise im medizinischen und gesundheitspolitischen Umfeld.

Hinzu kommt, dass die Ursachen meist vielfältig sind. Auch genetische, hormonelle und stoffwechselbedingte Faktoren spielen eine Rolle. So kann das Zusammenspiel von Hunger- und Sättigungshormonen wie Leptin und Ghrelin aus dem Gleichgewicht geraten, wodurch Betroffene trotz ausreichender Energiezufuhr ständig Hunger empfinden und Energie eher gespeichert als verbraucht wird.

Je höher das Körpergewicht, desto schwieriger wird in vielen Fällen eine dauerhafte Gewichtsreduktion allein durch konservative Maßnahmen.

Genau hier setzt das Adipositas Netzwerk Alb-Donau an. Ein interdisziplinäres Team entwickelt je nach individueller Situation kombinierte Behandlungskonzepte – von Ernährungs- und Bewegungstherapie über verhaltenstherapeutische Ansätze bis hin zu weiteren medizinischen Optionen.

Regelmäßig informiert Bernd Nasifoglu, Sektionsleiter der Viszera­l-chirurgie im Alb-Donau Klinikum Ehingen, im Rahmen eines Infoabends über das Konzept. Dabei geht es um Fragen wie: Wie entsteht Adipositas? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Und welche Schritte sind individuell sinnvoll?

Der nächste Infoabend in Ehingen findet am Donnerstag 7. Mai um 17:30 Uhr im Konferenzbereich des Gesundheitszentrums Ehingen im 3. Obergeschoss in der Hopfenhausstraße 6 statt.