26.03.2026 | Nur ein Drittel nutzt die Chance zur Darmkrebs¬- Vorsorge

Symbolbild Darmkrebs

Denn trotz klarer medizinischer Empfehlungen nimmt bislang nur rund ein Drittel der Anspruchsberechtigten die Vorsorgeleistung Darmspiegelung wahr. „Dabei gehört die Darmspiegelung zu den ganz wenigen Unter­suchungen, die nicht nur der Früherkennung dient, sondern durch die Entfernung von Krebsvorstufen die Entstehung von Krebs tatsächlich verhindern kann“ betont Dr. med. Johannes Schwarzbach, Oberarzt und Leiter der Endoskopie in der Inneren Medizin des Alb-Donau Klinikums Blaubeuren.

Aktuelle Zahlen aus dem Deutschen Krebsregister unterstreichen die Relevanz der Krebsvorsorge: Fast jeder zweite Mensch in Deutschland erhält im Laufe seines Lebens eine Krebsdiagnose. 49 Prozent der Männer und 46 Prozent der Frauen erkranken statistisch gesehen einmal im Leben an Krebs. 17 Prozent der Frauen und 14 Prozent der Männer erhalten die Diagnose bereits vor dem 65. Lebensjahr. Krebs bleibt damit eine der bedeutendsten Todesursachen – auch wenn die alters­standardisierten Sterberaten in den vergangenen 25 Jahren deutlich gesunken sind (bei Männern um 31 Prozent, bei Frauen um 21 Prozent).

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts betrifft fast jede neunte Krebserkrankung den Dick- oder Mastdarm. Im Jahr 2023 erkrankten etwa 25.070 Frauen und 30.250 Männer an Darmkrebs. Damit ist Darmkrebs eine der vier häufigsten Krebserkrankungen. Mehr als die Hälfte der Betroffenen ist älter als 70 Jahre, nur etwa 10 Prozent der Erkrankungen treten vor dem 55. Lebensjahr auf. Positiv ist: Seit Jahren gehen sowohl die altersstandardisierten Erkrankungs- als auch die Sterberaten zurück.

Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel und eine ballaststoffarme Ernährung. Auch regelmäßiger Alkoholkonsum sowie ein hoher Anteil von rotem und verarbeitetem Fleisch erhöhen das Risiko. Menschen mit Darmkrebs­fällen in der Familie oder mit chronisch-entzündlichen Darm­erkrankungen sollten besonders auf empfohlene Früherkennungsangebote achten.

Das gesetzliche Krebsfrüherkennungsprogramm sieht ab dem 50. Lebensjahr eine Koloskopie vor. Bei unauffälligem Befund kann die Untersuchung nach zehn Jahren wiederholt werden. Alternativ ist alle zwei Jahre ein immunologischer Stuhltest möglich. Seit April 2025 steht das Darmkrebsfrüherkennungsprogramm auch Frauen ab dem 50. Lebens­jahr und damit fünf Jahre früher als zuvor zur Verfügung.

Woran liegt es, dass auf der einen Seite mit der Darmspiegelung eine Untersuchungsmethode zur Verfügung steht, welche die Entstehung von Krebs tatsächlich verhindern kann und auf der anderen Seite 2/3 der Patienten dieses Angebot nicht wahrnehmen?

Markus Braun, Oberarzt der Inneren Medizin in Blaubeuren und Ärztlicher Leiter der MVZ-Zweigstelle für Gastroenterologie in Dietenheim erklärt dies aus seiner täglichen Erfahrung in der Praxis: „Viele Menschen haben unnötige Sorgen vor der Darmspiegelung. Dabei dauert die Untersuchung meist nur wenige Minuten und ist ausgesprochen sicher. Die leichte Narkose sorgt dafür, dass Patienten davon kaum etwas bemerken. Die notwendige Darmentleerung ist nicht sehr angenehm, aber gut zu bewältigen und dadurch gewinnen wir eine maximale diagnostische Sicherheit.“

Der Darmkrebsmonat März erinnert daran: Vorsorge ist wirksam – gerade bei Darmkrebs. Denn wer die Angebote zur Früherkennung nutzt, kann Darmkrebs nicht nur früh entdecken, sondern im besten Fall verhindern