22.09.2026 | Darmkrebszentrum am Alb-Donau Klinikum Blaubeuren zertifiziert

Prof. Lotspeich und Dr. Eisele

Das Darmkrebszentrum am Alb-Donau Klinikum Blaubeuren ist kürzlich von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) erstmal zertifiziert worden. Die Zertifizierung bestätigt die etablierten Strukturen und die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Fachbereiche bei der Behandlung von Patienten mit Darmkrebserkrankungen.

Über mehrere Jahre hinweg ist am Klinikstandort Blaubeuren eine Zentrumsstruktur für die Viszeralmedizin gewachsen. Im Mittelpunkt steht die enge Zusammenarbeit der Viszeralchirurgie unter der Leitung von Prof. Dr. med. Erkki Lotspeich und der Gastroenterologie unter der Leitung von Dr. med. Roland Eisele. Die beiden Fachbereiche arbeiten bereits bei der Diagnostik eng zusammen und stimmen sich auch bei Operationen ab, wenn dies medizinisch sinnvoll ist. Ergänzt wird das Netzwerk durch Pathologie, Onkologie, Strahlentherapie, Radiologie, Palliativmedizin, Psychoonkologie und Sozialdienst. Kooperations­partner, die nicht am Standort selbst vorgehalten werden, sind dennoch eng in die Behandlungsstrukturen eingebunden.

Ein wichtiger Bestandteil der Zusammenarbeit ist die wöchentliche interdisziplinäre Tumorfallkonferenz. Dort werden die Fälle gemeinsam besprochen und individuelle, leitliniengerechte Therapieempfehlungen erarbeitet. Die enge Vernetzung ermöglicht eine strukturierte Behandlung von der Diagnostik über die Therapie bis zur Nachsorge.

Die Qualität der gewachsenen Strukturen zeigt sich auch an den Behandlungszahlen. Patienten kommen inzwischen aus einem größeren Einzugsgebiet zur Behandlung nach Blaubeuren. Dazu trägt möglicher­weise auch die fachliche Expertise von Prof. Lotspeich bei, der in diesem Jahr bereits zum fünften Mal in Folge in die FOCUS-Ärzteliste auf­genommen wurde.

„Eine Zertifizierung ist mit einem hohen Aufwand verbunden. Dennoch haben wir uns für diesen Weg entschieden – und das aus zwei Gründen: Da die Zahl der Eingriffe bei Kolon- und Rektumtumoren in den vergangenen Jahren gestiegen ist, war der Zertifizierungsprozess für uns auch eine gute Gelegenheit, bestehende Abläufe noch einmal systematisch zu überprüfen, zu standardisieren und weiterzuentwickeln. Gleichzeitig macht die Zertifizierung unsere Strukturen und die gute Zusammenarbeit der beteiligten Fachbereiche auch nach außen sichtbar“, sagt der Leiter des Darmkrebszentrums, Prof. Dr. Lotspeich.

Der Auditor zeigte sich von der guten Umsetzung der umfangreichen Anforderungen an die Strukturen und Prozesse beeindruckt. Er hob insbesondere hervor: „Blaubeuren ist es vorbildhaft gelungen, die am Haus nicht vorgehaltenen Kooperationspartner in ein funktionierendes Behandlungsnetzwerk einzubinden.“

Die Zertifizierung ist damit nicht nur eine externe Bestätigung der bestehenden Qualität, sondern auch ein Ergebnis der über Jahre gewachsenen Zusammenarbeit. „Unser gemeinsames Ziel ist die qualitativ hochwertige Behandlung von Tumorpatienten. Damit das gelingt, müssen viele Rädchen ineinandergreifen. In unserem Fall sind dies verschiedene Fachrichtungen im Haus, aber auch zahlreiche Kooperationspartner, die seit Jahren vertrauensvoll und routiniert zusammenarbeiten. Denn in der schwierigen Ausnahmesituation einer Krebserkrankung wollen wir den Patienten helfen, indem wir sie sicher und mit kurzen Wegen durch den Behandlungsprozess begleiten. Die Tumorfallkonferenz ist dafür ein wichtiges Instrument unserer engen Zusammenarbeit im Interesse der Patienten“, betont Dr. Eisele, stellvertretender Leiter des Darmkrebszentrums.

Das Zertifikat ist drei Jahre gültig.