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Fast vergessene Rezepte aufgeschrieben

Bewohnerinnen des Seniorenzentrums Erbach gestalten ein Rezeptheft

Das gemeinsame Projekt sollte ein besonderer Lichtblick in diesem besonderen Jahr werden. Die Idee war auch schnell entwickelt, denn auch im Gespräch mit den Präsenzkräften in den Wohnbereichen stellen die Senioren fest, dass diese deutlich jüngere Generation viele regionale Gerichte gar nicht mehr kennt oder zumindest nicht weiß, wie sie gekocht werden.

Der Plan war, die fast vergessenen Rezepte zu sammeln, von Hand aufzuschreiben und in einem kleinen Buch zu verewigen. Im Vorwort schreibt die 91jährige Bewohnerin Margarethe Wiedemann: „Es gibt viele Kochbücher aller Art, geschrieben von Köchen und Köchinnen, aus dem Fernseher mit zwei oder drei Sternen und von sonstigen gescheiten Leuten. Aber bis dato gab es noch kein einziges Kochbuch aus dem Seniorenzentrum, das aus dem Geiste der Erinnerung handschriftlich niedergeschrieben wurde. Wir haben altbewährtes und fast vergessene Kochrezepte gesammelt. Probieren Sie diese einmal aus.“

In dem kleinen Büchlein finden sich 14 Rezepte mit heute ungewöhnlich klingenden Namen wie „Faula Supp, Gruibaschnegga, Saure Kartoffelrädle oder Nonnafürzla. Aber auch Rezepte für den Kirschmichl oder einen schwäbischen Träubleskuchen sind enthalten.

12 Frauen im Alter von 82 bis 95 Jahren haben die Rezepte gesammelt und aufgeschrieben – sie wurden dabei von einer Betreuungskraft und einer Präsenzkraft unterstützt. Unter den Frauen waren auch solche, die an Demenz erkrankt sind.

Das fertige Werk wurde nun gedruckt und mit einer silberfarbenen Spiralbindung versehen. Bei Interesse ist es in kleiner Zahl im Seniorenzentrum gegen eine Spende erhältlich. Die Spenden kommen dem benachbarten Kinderhaus Brühwiese zu Gute. Damit wollen sich die Bewohner dafür bedanken, dass die Kinder in den letzten Wochen und Monaten immer wieder für sie gebastelt und an sie gedacht haben.